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Von Ego, Zentrik und gesunder Selbstliebe

„Das Einzige was dir dein Weg noch kostet, ist bedingungslose Selbstannahme“ – Frigg, germanische Göttin
 
„Liebe deinen Nächsten wie DICH SELBST“ – die heilige Schrift

Er gilt als das höchste Streben zur Befreiung, als seeligmachendes Prinzip für den vorbildlichen Gut-Menschen der neuen Zeit im goldenen Zeitalter, als das Non-Plus-Ultra der Erleuchtung – der Ego-Tod. Substanzen zur “Bewusstseinserweiterung”, spiritueller Drill, strahlend leuchtende Ismen und die Trips in wundervolle höchste Dimensionen unterstützen die Auflösung des vermeintlich bösen Egos im lieblich verwaschenen Einheitsbrei. Und nun?

Was ist denn so erstrebenswert daran, das Selbst aufzulösen? Wozu braucht man das? Was ist denn das Ego eigentlich? Was ist daran so böse?

Was wäre, wenn... das Streben nach dem Ablegen des Egos lediglich ein wertendes Schubladendenken ist, die Gefangenschaft in einer illusorischen Traumwelt, welches das Ego zum Abfallprodukt einer Wegwerf-Gesellschaft macht? Ein papageienhaftes nachplappern einer Idee, ohne selbst über die Bedeutung dieses Trends nachzudenken? Ist der Ego-Tod der unumgängliche Ausgleich seines narzisstisch blendenden dualen Bruders, der Ego-Zentrik? Was manchen wir nun mit diesem umstrittenen Etwas?

Doktor Google übersetzt „Ego“ aus dem Lateinischen mit dem deutschen Wort „Selbst“. Der gute alte Duden sicher auch. Philosophen philosophierten viel und lange über das Sein des Seienden, die wundersame Existenz eines Selbst-Besitzers und den Sinn seines Daseins. Und ja, wir sind Individuen, jeder Einzelne von uns und gehen den Weg unserer Seele zusammen mit dem Wunder des Lebens hier auf dem Erdenplaneten.

Ohne Ego sind wir selbst-lose Sklaven, wie schon seit Jahrtausenden immer und immer wieder im gleichen Hamsterrad von Macht und Abhängigkeit, von Täter und Opfer, Opfer und Täter, von Schuld und Sünde. Sklaven der Zentrik, einer steuernden Übermacht im Außen wie im Innen. Geben Raum zur Selbstzerstörung und Selbstverachtung. Autoimmunerkrankungen boomen wie kaum eine andere Erkrankung. Wir entziehen uns gerne der Verantwortung, die wir für dieses Selbst übernommen haben, als wir uns für den Wegabschnitt hier entschieden haben. Ist das auch erstrebenswert?

Eine natürlich gesundes Ego und damit der Wert der eigenen Existenz hat nichts mit blendender Egozentrik zu tun, nichts mit Selbstverherrlichung, nichts mit Narzissmus. Es ist die bedingungslose Annahme des eigenen Lichts und damit auch der eigenen, tiefsten Schatten. Eine Liebe, die strahlt, aber nicht blendet. Es ist das klare Bewusstsein für das eigene individuelle Selbst, das Geschenk des Lebens, der Respekt für den Weg der eigenen Seele, auf welchem Weg sie auch immer lernen möchte, was auch unweigerlich den Respekt gegenüber anderen Mitseelen nach sich zieht.

Das pathologische Dual, der blendende Sonnenkult, der Mißbrauch von Ego und Macht, übermäßiger Sonnenkult, die egozentrische Betonung einiger weniger Menschen, die glauben, über Leben und Tod und Schicksal anderer Menschen entscheiden zu können – das ist so alt wie die Menschheit selbst. Wie viele alte Hochkulturen und Sonnenkulte sind an ihrem Höhepunkt zerfallen, verbrannt. Als der Sonnenkult zum Egokult, zum Blutrausch wurde. Als die strahlende Kraft zur schwarzen Sonne wurde. Berauscht von unersättlicher Gier nach immer mehr Macht, nach den natürlichen und menschlichen Ressourcen, in zahlreichen krankmachenden hierarchischen Systemen, in denen kein Platz für Individualität war und noch immer rar ist. Überschattet von der vielen Übermacht, ist eine er weitverbreitetsten schwarzmagischen Handlungen zur Normalität geworden – Selbstsabotage und Selbstzerstörung. Aber indem wir uns Selbst geißeln, entwerten wir das Leben an sich.

Denn die Sonne ist auch unser aller Urkraft. Eine lebensspende, nährende Kraft. Ohne Sonne und Wärme kein Leben. Das ist ein nicht zu leugnendes Urgesetz. Doch kann auch jede Urkraft außer Kontrolle geraten und zerstören. Das liegt in der Natur einer Urkraft. Wasser kann zerstören oder wir ertrinken darin, Stürme können zerstören und uns die Luft nehmen, ein Übermaß an Erdgebundenheit träge machen, ein weiter gehen verhindern, uns die Flügel stutzen.

Wir können strahlen oder blenden. Für Ideale brennen oder verbrennen. Unser eigenes Seelenfeuer nutzen und die Nacht erhellen oder mit einem Übermaß an Blendkraft andere überschatten und damit ent-werten. Was wir mit der Sonnenkraft persönlich verbinden, was wir daraus machen, entscheiden wir selbst. Wir können uns selbstermächtigt und eigenverantwortlich entscheiden, unsere Sonne als lebensspendende Kraft zu nutzen, die unser Umfeld erhellt und nicht blendet. Es ist eine Gratwanderung, ein Lernprozess, eine Neuorientierung für jeden einzelnen von uns. Bereit für die Herausforderung?

Bereit, die Krone aufzusetzen und zu gehen? Bereit hinzufallen und aufzustehen und weiter zu strahlen? Die eigenen Fäden wieder in die Hand zu nehmen? Schicksal ist keine unabänderliche Tatsache. Schicksal schreiben wir in jedem Augenblick unseres Lebens selbst – im ewigen Jetzt, dort, wo Moment für Moment eine neue Vergangenheit und eine neue Zukunft entsteht. Durch unsere Gedanken, unsere Entscheidungen.

© Die Götterbotin